Befestigungssystem für Anamorphot-Adapter am Objektiv — ermöglicht präzise Ausrichtung und Justierung der Vorsatzoptik.
Technische Details
Standard-Anamorphot-Klemmen arbeiten mit einer Klemmkraft von 15-25 Nm und verfügen über präzisionsgefräste Auflageflächen mit Toleranzen von ±0,02mm. Die Konstruktion besteht aus eloxiertem Aluminium oder Edelstahl mit integrierten O-Ringen zur Abdichtung. Hochwertige Klemmen wie die Panavision-Serie oder ARRI/Zeiss-Varianten besitzen zusätzliche Mikrometrische Justierungen für Pitch- und Yaw-Korrekturen von ±2 Grad. Das Gesamtgewicht liegt zwischen 450-800g je nach Durchmesser (95mm, 104mm, 114mm, 136mm Standardgrößen).
Geschichte & Entwicklung
Panavision entwickelte 1954 die ersten professionellen Anamorphot-Klemmen für ihr CinemaScope-System, nachdem frühe Installationen mit provisorischen Halterungen zu optischen Problemen führten. Zeiss folgte 1961 mit eigenen Konstruktionen für die europäischen Märkte. Der Durchbruch kam 1976 mit ARRI's modularer Master-Serie, die verschiedene Objektivdurchmesser ohne Adapter-Ringe ermöglichte. Moderne CNC-gefräste Klemmen seit den 1990ern erreichen deutlich höhere Präzision als die ursprünglichen Gussteile.
Praxiseinsatz im Film
Ridley Scott verwendete bei "Gladiator" (2000) speziell modifizierte Hawk-Klemmen für extreme Weitwinkel-Anamorphot-Kombinationen. Christopher Nolan bevorzugt bei seinen IMAX-Sequenzen Panavision C-Series Klemmen mit 136mm Durchmesser für die schweren Ultra Vista Linsen. Der Workflow erfordert tägliche Kalibrierung der optischen Achsen mittels Kollimator und regelmäßige Reinigung der Klemmflächen. Nachteile umfassen das zusätzliche Gewicht von 0,5-1kg am Objektiv und erhöhte Setupzeiten von 3-5 Minuten pro Objektivwechsel.
Vergleich & Alternativen
Im Gegensatz zu permanenten Schraubverbindungen ermöglichen Klemmen schnelle Lens-Changes ohne Werkzeug. Magnetische Halterungen wie die RED Magnetic Mount erreichen nicht die erforderliche Steifigkeit für schwere Anamorphot-Konstruktionen. Moderne Alternativen sind integrierte anamorphotische Objektive wie die ARRI Signature Primes oder Atlas Orion Serie, die keine separaten Klemmen benötigen. Hybrid-Systeme mit Bajonett-Anschluss bieten Kompromisse zwischen Geschwindigkeit und Präzision, erreichen aber nicht die optische Qualität klassischer Klemm-Systeme.