VFX-Leiter am Set und in Post — überwacht Dreh-Vorbereitung, grüne Technologie, Tracking-Marker. Schnittstelle zwischen Regie und VFX-Teams.
Auf dem Set sitzt einer, der permanent zwischen zwei Welten pendelt — die sichtbare und die, die erst später ins Bild kommt. Der VFX-Supervisor ist diese Schnittstelle. Er muss während des Drehs bereits das fertige Bild im Kopf haben, obwohl die Kameras noch rollen und die grüne Wand dahinter nichts weiter ist als Stoff.
Die Arbeit beginnt Wochen vor dem ersten Drehtag. Der Supervisor sitzt bei Storyboard-Meetings, diskutiert mit der Regie, welche Shots digital erweitert oder komplett künstlich werden. Er plant die Tracking-Marker — jene kleinen Punkte oder Kugeln im Raum, die der Post-Produktion später helfen, die 3D-Geometrie zu rekonstruieren. Er spricht mit dem Kameramann über Brennweiten, über Beleuchtung im grünen Screen, über die Höhe und Position von Objekten, die nachher digital eingefügt werden. Ein VFX-Supervisor, der das zu spät plant, kostet am Ende Hunderttausende Euro in aufwendigem Roto-Work oder fehlerhaften Composites.
Am Set selbst trägt er ein Tablet mit sich — darauf laufen Live-Preview-Systeme, die zeigen, wie die grüne Wand später aussehen könnte, wo die Kamera genau stehen muss, damit der digitale Hintergrund passt. Er kontrolliert, dass die Beleuchtung konsistent bleibt zwischen Aufnahmen, denn die Farbtemperatur eines Schattens auf einem Actor kann später zur Hölle werden, wenn sie nicht zu den 3D-Lichtern passt. Er filmt Referenzen — Fotos von der Location unter verschiedenen Lichtsituationen, Messungen von Raumproportionen, Details, die der VFX-Artist zuhause nie sehen wird.
In der Post arbeitet er eng mit dem VFX-Producer und den Compositor-Teams. Er gibt Feedback zu grünem Screen-Keying, zu Particle-Effekten, zu Farbkorrektur im Kontext von praktischen und digitalen Elementen. Er ist der Garant dafür, dass das, was die Regie sah, auch tatsächlich realisierbar ist — und wenn nicht, schlägt er Alternativen vor, bevor Budget verpulvert wird.
Der beste Supervisor ist unsichtbar. Man sieht seine Arbeit nicht, weil alles nahtlos funktioniert. Man sieht sie nur dann, wenn sie fehlgeschlagen ist.