Heavy-gauge power cable running between the main distribution panel and set distros, carrying high amperage loads over long distances to lighting and grip equipment.
Technische Details
Speisekabel bestehen aus verzinnten Kupferleitern mit EPDM-Gummiisolierung und verstärktem Neopren-Außenmantel für mechanische Belastbarkeit. Standard-Ausführungen: 16 mm² (63A), 25 mm² (80A), 50 mm² (100A) und 120 mm² (125A). Die Kabel tragen CEE-Steckverbinder (16A bis 125A) nach IEC 60309 mit Phasendrehschutz. Temperaturbereich: -25°C bis +60°C, Biegeradius mindestens zehnfacher Kabeldurchmesser.
Varianten umfassen einadrige Einzelkabel für Verteilersysteme, mehradrige Rundkabel für mobile Anwendungen und Flachbandkabel (Socapex-Multicore) mit 6x2,5 mm² für kleinere Verbraucher bis 2,5 kW.
Geschichte & Entwicklung
1958 entwickelte die französische Firma Socapex die ersten genormten Filmkabel für die Nouvelle Vague-Produktionen. 1963 führte Arri die CEE-Norm für deutsche Filmsets ein. Der Durchbruch kam 1975 mit der HMI-Technologie von Osram, die Kabel mit höheren Strombelastbarkeiten erforderte.
Moderne Entwicklungen: Halogenfreie Kabel ab 1995, LED-optimierte Versionen mit verringerten Querschnitten seit 2010, hybride Datenkabel für DMX-Steuerung seit 2015.
Praxiseinsatz im Film
Bei "Blade Runner 2049" (2017) verlegten Elektriker über 2 km Speisekabel für die Außenaufnahmen in Budapest, um 18-kW-ArriMax-Scheinwerfer zu versorgen. "The Revenant" (2015) nutzte 95 mm²-Kabel über 300 Meter Distanz für 12-kW-HMIs in der kanadischen Wildnis.
Typischer Workflow: Kabellängen werden vorab berechnet (Spannungsabfall max. 3%), Kabel per Kabelwagen verlegt, Erdung über separate PE-Leiter sichergestellt. Vorteil: Hohe Flexibilität bei Scheinwerferpositionierung. Nachteil: Gewicht (25 mm²-Kabel wiegt 1,8 kg/m), Verlegungsaufwand.
Vergleich & Alternativen
Abgrenzung zu Verlängerungskabeln: Speisekabel für Festinstallation und große Distanzen, Verlängerungskabel für spontane Verbindungen unter 50 Metern. Schuko-Kabel nur bis 3,5 kW, CEE16A bis 11 kW, darüber ausschließlich Speisekabel.
Moderne Alternative: Powercon-Systeme von Neutrik für LED-Panels bis 3,5 kW mit verriegelbaren Steckern. Bei Studios zunehmend fest verlegte Stromschienen (Busbar-Systeme) statt mobiler Kabel.