Kurzes Konzeptpapier — Handlung, Stil, Budget und Besetzung auf 1–2 Seiten. Erste Hürde beim Pitchen.
Das Exposé ist deine erste schriftliche Visitenkarte — die Waffe, mit der du Produzenten, Sender oder Investoren in zwei Seiten überzeugen musst, dass dein Projekt es wert ist, entwickelt zu werden. Es ist nicht die Geschichte selbst, sondern das Versprechen der Geschichte. Während ein Treatment bereits Szenen ausmalt und ein Drehbuch Dialogue enthält, verdichtet das Exposé alles Wesentliche auf das absolut Notwendigste: Was passiert? Wer sind die Akteure? Welche Welt entsteht? Und warum sollte jemand Geld dafür ausgeben?
In der Praxis schreibst du das Exposé in präsentischer Form, flüssig wie eine kurze Erzählung, nicht wie eine Inhaltsangabe. Die erste Seite fasst Handlung und Konflikt zusammen — drei bis vier Absätze maximal. Dann folgen Stichpunkte zu Stil (Tonalität, visuelles Vorbild, Kamera-Ansatz), Budget-Größenordnung und Besetzungs-Ideen. Manche Producer verlangen auch eine Zeile zum potenziellen Publikum oder zum Verwertungsmarkt. Die Länge: 1,5 bis maximal 2 Seiten, DIN A4, 11er Schrift. Mehr nicht — wer nicht in zwei Seiten fesseln kann, wird auch nicht in 90 Minuten fesseln.
Das Tückische: Ein gutes Exposé braucht dramaturgische Klarheit und Charakter zugleich. Du musst zeigen, dass du selbst weißt, worum es geht, ohne dabei trocken zu wirken. Häufiger Fehler ist, zu viel Plot zu erzählen oder zu abstrakt zu bleiben. Das Exposé eines Dramas würde nie alle Wendungen ausmalen — es skizziert nur den emotionalen Kern und die Frage, die den Film trägt. Bei Genrefilmen ist es umgekehrt: Dort interessieren Format und Spannung, nicht philosophische Tiefe.
Praktisch: Schreib dein Exposé immer NACH einer ersten konzeptionellen Klärung, aber VOR dem Treatment. Es zwingt dich, Prioritäten zu setzen. Und wenn du merkst, dass sich dein Projekt in zwei Seiten nicht zusammenfassen lässt, ist das ein Zeichen, dass du selbst noch nicht wirklich Bescheid weißt. Das Exposé ist also auch ein Arbeitsmedium für dich selbst — nicht nur Verkaufsinstrument. Viele erfahrene Producer und Regisseure schreiben ihr Exposé sogar nach dem Treatment, um scharfzustellen, was wirklich zählt.