Kinoauswertung eines fertiggestellten Films — Startdatum, Anzahl Leinwände, Marketingkampagne. Markiert den Punkt, an dem der Film öffentlich zugänglich wird.
Der Filmstart entscheidet über Erfolg oder Misserfolg — lange bevor die erste Kopie ins Kino kommt, sitzt bereits das gesamte Team an Strategie und Timing. Wir sprechen hier nicht von der Fertigstellung des Filmmaterials, sondern vom kalkulierten Punkt, an dem ein fertiger Film das erste Mal öffentlich zugänglich wird. Das ist eine Produktion im engeren Sinne: Buchung der Leinwände, Abstimmung mit Verleihern, Koordination der Drucke und digitalen Versionen, Kampagnenfahrplan — alles muss ineinandergreifen.
Am Set interessiert uns der Starttermin aus einem einfachen Grund: Er bestimmt den Schnitt-Workflow. Ist der Start in drei Monaten fest, arbeitet die Nachproduktion unter Druck. Teaser und Trailer müssen vier, sechs Wochen vorher bereit sein — der Cutter braucht also Material, das schnell in verschiedenen Längen funktioniert. Farbraum, Sound-Mix, Digital Intermediate — alles läuft parallel zum Marketing. Keine Luxus-Retakes mehr. Der Starttermin ist das Stahlseil, an dem alles aufgehängt wird.
Die praktische Seite: Wie viele Leinwände, an welchen Standorten, welche Formate — 2K, 4K, IMAX, Dolby — bestimmt die Mastering-Strategie. Ein breiter Start über 500+ Kinos in Deutschland erfordert eine andere Kopien-Anzahl als ein Arthaus-Release auf 30 Leinwänden. Das klingt nach Verleih-Geschäft, aber es beeinträchtigt direkt die Postproduktion. Wenn du in IMAX mastern musst, brauchst du anderen Color Grade. Wenn der Film gleichzeitig auf 1000 Leinwänden startet, muss jede Kopie identisch sein — da erlaubst du dir keine Farbvarianz zwischen den DCP-Versionen.
Der Starttermin ist auch strategisch: Blockbuster starten freitags, oft an Schulferien oder Wochenenden. Arthouse und Festival-Kinofilm starten unter der Woche oder haben Premieren-Vorstellungen. Manche Filme starten in wenigen Metropolen, bauen sich dann auf — da ist der Kontrollaufwand größer. Andere starten bundesweit und sind nach zwei Wochen wieder weg. Das bestimmt den Druck in Color, Sound und DCP-Abmischung. Ein Film, der schnell vorbei sein soll, kriegt weniger Zeit zum Polieren. Ein arthouse-Film, der langsam wachsen soll, kann noch ein weiteres Color-Pass bekommen.