Zwischenmaster zwischen Original und Distributor-Kopie — Sicherungskopie für Archiv und rechtliche Absicherung. Heute meist DCP oder digitales Intermediate.
Du brauchst eine Sicherheitsebene zwischen deinem Original-Master und dem, was der Distributor tatsächlich in die Kinos schickt. Das Intermedium — oder Intermediate Master — ist genau diese Zwischenschicht. Früher war das eine physische Film-Kopie, heute ist es in den meisten Fällen eine digitale Datei, oft als DCP oder als gesichertes digitales Intermediate archiviert. Der Gedanke dahinter ist simpel: Dein Originalnegativ oder deine Master-Datei bleibt unberührt im Tresor. Das Intermedium ist die Kopie, die du für Distributionen, internationale Versionen und Archivierungszwecke verwendest.
In der Praxis bedeutet das, dass du nach der finalen Farbkorrektur — nachdem dein DI-Master also wirklich fertig ist — eine hochwertige, aber separat verwaltete Datei exportierst. Diese hat die gleiche technische Qualität, unterliegt aber anderen Verwaltungs- und Sicherungsprotokollen als das Original. Besonders wichtig wird das bei internationalen Releases: Jede Lokalisierung — ob Untertitel, Sprachversionen oder territoriale Schnittfassungen — wird vom Intermedium abgeleitet, nicht direkt vom Original-Master. So bleibt dein Master-Material in unverändertem Zustand für mögliche zukünftige Re-Releases oder Restaurierungen.
Rechtlich ist das Intermedium auch deine Absicherung. Es dokumentiert den finalen technischen Stand des Films zu einem bestimmten Zeitpunkt — wichtig für Versicherungen, Koproduktionen und Streitigkeiten über Bildqualität oder Schnittfassungen. Manche Produktionsgesellschaften lagern das Intermedium sogar räumlich getrennt oder bei spezialisierten Archivierungs-Dienstleistern, um gegen Brand oder Datenverlust geschützt zu sein. Bei älteren Filmproduktionen, die auf 35mm gedreht wurden, war das Intermedium klassischerweise ein Internegativ oder eine Dupe-Positive — physische Sicherungskopien, die unter Klimakontrolle lagerten.
Der Workflow heute ist meist: Du fertigst deinen DI-Master, lässt davon ein Intermedium in DCP-Standard und gegebenenfalls in verschiedenen Codecs (ProRes, DNxHD) erstellen, archivierst es redundant, und gibst dann dem Distributor spezifische Exporte für seinen jeweiligen Kinostandard. Das Intermedium selbst verlässt selten deine technische Kontrolle — es ist die Schnittstelle zwischen künstlerischer Fertigstellung und kommerzieller Verwertung.