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Augabstand
Kamera

Augabstand

interpupillary distance
Murnau AI illustration
interocular distance perspective eye level camera angle

Abstand zwischen den Pupillenmitten — entscheidend bei 3D-Stereofotografie und VR-Aufnahmen. Zu kurz wirkt miniaturisiert, zu lang ermüdend.

Der Abstand zwischen den Pupillenmitten bestimmt, wie natürlich oder anstrengend stereoskopische Aufnahmen wirken. Im 3D-Dreh setzt man zwei Kameras exakt im richtigen Abstand zueinander auf — und hier lauert die erste Falle: Viele Anfänger nehmen einfach den Durchschnittswert von etwa 65 Millimetern, ohne zu bedenken, dass dieser nur für die Zielgruppe gilt. Filmt man für Kinder, muss man runter auf 50–55 mm. Für erwachsene Zuschauer liegt der Standard bei 64–68 mm. Größere Abstände — etwa 75–85 mm — erzeugen bewusst übertriebene Tiefeneffekte, wirken aber schnell unnatürlich und ermüdend, weil das menschliche Auge solche Disparitäten im Alltag nicht verarbeitet.

In der Praxis sitzt du vor dem Monitor und stellst die Kameras zunächst mechanisch auf diesen Abstand ein. Dann kommt das Kritische: Die optischen Achsen müssen konvergieren oder parallel laufen — je nachdem, ob du nah am Subjekt oder in der Tiefe fokussieren willst. Ein häufiger Fehler ist, die Kameras seitwärts zu verschieben und zu vergessen, dass auch die vertikale Ausrichtung exakt identisch sein muss. Selbst 2–3 mm Höhenunterschied erzeugt vertikale Disparität und ruft Kopfschmerzen beim Zuschauer hervor. Das merkt man im Schnitt sofort — und dann wird's teuer, weil du nachdrehen musst.

Bei VR-Aufnahmen — 360°-Stereofotografie oder volumetrischen Produktionen — brauchst du oft mehrere Kamera-Rigs. Jedes muss denselben Augabstand haben, sonst "springt" die Tiefe beim Schnitt oder beim Live-Stitching. Manche Studios arbeiten mit benutzerdefinierten Abständen: Wenn du etwa eine Miniaturwelt filmst (Modelleisenbahn, Architektur-Miniatur), kannst du den Augabstand kleiner halten, um die Verkleinerung glaubhaft zu machen. Umgekehrt — bei riesigen Objekten oder Außenaufnahmen — kann ein größerer Abstand den Raum dramatischer wirken lassen.

Das Wichtigste: Miss den Augabstand deiner Zielgruppe oder arbeite mit etablierten Standards. Checke im Schnitt schon bei der Rohfassung, ob die Tiefe natürlich wirkt oder anstrengend. Eine kleine Fehlkalibrierung wird zum Monster, wenn dein Film zwei Stunden lang geschaut wird.

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