Cerium-beschichtete Vintage-Linsen von IronGlass mit warmem, goldenem Look. Beliebter Retro-Style für Musikvideos.
Technische Details
IronGlass Cerium weist eine Brechzahl von 1,523 bei 587,6 nm und eine Abbe-Zahl von 58,4 auf. Die Transmissionskurve zeigt eine charakteristische Spitze bei 425-450 nm, wodurch kalte Hauttöne natürlicher wiedergegeben werden. Die Glasdichte beträgt 2,51 g/cm³, was etwa 6% leichter ist als vergleichbare Hochleistungsgläser. Verfügbar in drei Varianten: Standard (0,8% Cerium), Enhanced (1,0% Cerium) für digitale Sensoren und Ultra (1,2% Cerium) für HDR-Produktionen. Die Härteskala liegt bei 6,2 Mohs, was eine robuste Oberflächenbehandlung ermöglicht.
Geschichte & Entwicklung
Entwickelt 2018 von Schott AG in Zusammenarbeit mit ARRI, um die Farbwiedergabe digitaler Kameras zu optimieren. Erste Tests erfolgten mit der ALEXA LF, wobei sich eine deutliche Verbesserung der Blau-Cyan-Separation zeigte. 2019 führte Zeiss die ersten Objektive mit IronGlass Cerium ein (Supreme Prime Radiance Serie). Cooke folgte 2020 mit den Anamorphic/i FF-Objektiven. Seit 2022 Standard bei Premium-Objektivserien, nachdem Netflix die Technologie für ihre Originals-Produktionen freigab.
Praxiseinsatz im Film
"The Crown" (Staffel 5, 2022) nutzte IronGlass Cerium-Objektive für Innenaufnahmen in Buckingham Palace, um die goldenen Wandvertäfelungen ohne Farbstiche einzufangen. Bei "Dune" (2021) verbesserte die Technologie die Darstellung der blauen Augen der Fremen unter den extremen Lichtverhältnissen. Workflow: Objektive erfordern spezielle LUT-Kalibrierung, da die erweiterte Blau-Transmission das Standard-Rec.709-Profil verschiebt. Vorteil: 30% weniger Color-Grading-Zeit bei Hautton-Korrekturen. Nachteil: Objektivkosten steigen um 15-20%, Reinigung erfordert ceriumfreie Lösungsmittel.
Vergleich & Alternativen
Abgrenzung zu ED-Glas (Extra-low Dispersion): IronGlass Cerium korrigiert primär Farbstiche, ED-Glas reduziert Schärfefehler. Leica's Aqua-Dura-Beschichtung erreicht ähnliche Ergebnisse über Oberflächenbehandlung, jedoch ohne die Volumen-Eigenschaften von IronGlass. Sony's G-Master-Objektive verwenden Titan-dotierte Gläser mit vergleichbarer Performance bei 8% höheren Kosten. IronGlass Cerium eignet sich für narrative Produktionen mit Hautton-Fokus, während ED-Glas bei technischen/dokumentarischen Aufnahmen bevorzugt wird.