Kinefinity: Chinesischer Kamerahersteller für digitale Kinokameras — modulare Bauweise mit KineMount-Objektivanschluss.
Technische Details
Die aktuelle MAVO-Serie bietet 6K-Auflösung bei bis zu 100fps in 6144x3160 Pixeln und 4K bei 150fps. Der Super35-CMOS-Sensor liefert 15 Blendenstufen Dynamikumfang und arbeitet mit nativen ISO-Werten von 800/5120. Die Kameras zeichnen in KineRAW (2:1, 3:1, 5:1 Kompression) sowie ProRes 422/HQ auf. Das modulare Terra-System wiegt in Grundkonfiguration nur 1,2 kg und kann durch Zusatzmodule auf bis zu 4 kg erweitert werden. Alle Kameras nutzen einen proprietären KineMOUNT mit elektronischen Kontakten für Objektivsteuerung und Metadatenübertragung.
Geschichte & Entwicklung
Kinefinity wurde 2011 in Beijing von ehemaligen RED-Ingenieuren gegründet. Die erste KineRAW-Kamera erschien 2013 als direkte Konkurrenz zu RED Epic. 2016 folgte die Terra-Serie mit verbesserter Ergonomie und niedrigeren Preisen. Die MAVO-Linie von 2018 etablierte das Unternehmen international durch bessere Verfügbarkeit und Distributionskanäle in Europa und Amerika. 2021 erweiterte die MAVO Edge das Portfolio um eine kompakte 8K-Variante für High-End-Produktionen.
Praxiseinsatz im Film
Kinefinity-Kameras finden primär bei Independent-Produktionen und Dokumentarfilmen Verwendung, wo das günstige Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt. Der chinesische Markt nutzt sie verstärkt für Streaming-Content und Werbung. Das modulare System eignet sich besonders für Handheld- und Gimbal-Arbeiten, da die Gewichtsverteilung optimal angepasst werden kann. Die KineRAW-Codecs erfordern jedoch spezialisierte Post-Production-Workflows und sind nicht in allen Schnittprogrammen nativ unterstützt.
Vergleich & Alternativen
Kinefinity positioniert sich zwischen Consumer-DSLRs und High-End-Kinokameras wie ARRI Alexa oder RED. Die Bildqualität erreicht professionelle Standards, während die Preise deutlich unter etablierten Herstellern liegen. Das modulare Konzept ähnelt RED-Kameras, jedoch mit einfacherer Handhabung und geringeren Lizenzgebühren. Als Alternative zu Blackmagic Design bietet Kinefinity höhere Auflösungen und bessere Dynamik, erfordert aber mehr technisches Know-how.