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Lineare Interpolation
VFX

Lineare Interpolation

Linear Interpolation
Murnau AI illustration
bilinear interpolation bicubic interpolation interpolation

Bewegungsdaten zwischen zwei Keyframes geradlinig berechnen — keine Beschleunigung oder Verzögerung. Erzeugt mechanische, starre Bewegungen; wird meist nur als Basis für Ease-In/Out-Curves genutzt.

Im Motion-Graphics- und Animation-Workflow brauchst du eine Grundform, um zwischen zwei Positionen, Rotationen oder Farbwerten zu interpolieren. Lineare Interpolation ist diese Grundform — die einfachste mathematische Brücke von Keyframe A zu Keyframe B. Der Computer berechnet den Weg dazwischen als gerade Linie, in gleichmäßigen Schritten. Kein Beschleunigen, kein Verlangsamen. Frame für Frame gleich viel Bewegung.

Praktisch: Wenn dein 3D-Objekt in Frame 10 bei Position X=0 sitzt und in Frame 20 bei X=100, dann liegt es in Frame 15 exakt bei X=50. Punkt. Diese Gleichmäßigkeit fühlt sich am Set oder später im Review sofort mechanisch und künstlich an. Ein Auge erkennt das sofort — es fehlt die natürliche Beschleunigungskurve, die organische Bewegungen haben. Deshalb nutzt du lineare Interpolation in der Praxis fast nie als Endstufe, sondern immer nur als Basis. Du legst die linearen Keyframes, dann packst du eine Ease-In/Out-Kurve drüber (siehe: Easing, Motion Curves). Das ist die Handgriff-Abfolge in jedem VFX-Suite — ob in After Effects, Maya oder Nuke.

Szenario: Du animierst eine Kamera-Fahrt über eine 3D-Landschaft. Linear interpoliert wirkt sie wie ein Roboter-Arm, der sich mit konstanter Geschwindigkeit über den Boden zieht. Mit einer Custom-Ease-Kurve drüber wird sie flüssig, organisch, cinema-ready. Bei schnellen Schnitt-Übergängen, bei denen Gewalt und Abruptheit gewünscht sind, kann lineare Interpolation sogar beabsichtigt eingesetzt werden — aber das ist Ausnahme, nicht Regel.

Die Mathematik dahinter ist schlank: für jeden Frame zwischen A und B wird ein Faktor (von 0 bis 1) berechnet, der linear ansteigt. F(t) = A + (B − A) × t. Die meisten DCCs (Digital Content Creation Tools) erlauben dir, den Interpolations-Modus per Keyframe zu setzen. Du findest das unter Graph-Editor oder Curve-Editor, meist als Dropdown oder Rechtsklick-Menü. Versteh diesen Mechanismus, und du sparst dir Stunden beim Feinschliff von Animation und Motion.

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