Beleuchtungsdiagramm für Szenen — skizziert Position von Key, Fill, Back und Praktikableuchtung. Spart Aufbauzeit auf Set und dokumentiert Look für Kontinuität.
Du sitzt vor einer neuen Szene und die Gaffer fragt dich nach der Lichtstimmung — statt zehn Minuten zu erklären, zeigst du ein Litpic. Das ist dein Beleuchtungsdiagramm, gezeichnet oder digital, auf dem jeder Scheinwerfer seinen Platz hat. Key-Licht, Fill, Backgroundlicht, Praktiken — alles eingetragen wie auf einer Lagekarte. Der Vorteil liegt auf der Hand: Der Aufbau läuft zielgerichtet ab, kein Rumexperimentieren, keine Missverständnisse zwischen dir und dem Lighting-Team.
Ein gutes Litpic ist simpel, nicht künstlerisch. Du zeichnest eine Draufsicht der Location, platzierst die Kamera als Referenzpunkt und skizzierst dann mit Pfeilen und Labels, wo deine Leuchten stehen — und in welche Richtung sie wirken. Faustregel: Verwirre nicht mit Details, die am Set sowieso angepasst werden. Es geht um die grundsätzliche Architektur des Lichts. Wie steht dein Key relativ zur Kamera und zur Talentposition? Von welcher Seite kommt Fill? Wo sitzt ein Backlight, um Tiefe zu schaffen? Diese Kernfragen beantwortet das Litpic auf einen Blick.
In der Praxis erstellst du das Litpic während der Locations-Besichtigung oder spätestens beim Prep-Meeting mit dem Gaffer. Digitale Tools wie SketchUp oder spezialisierte Lighting-Apps beschleunigen das Ganze, aber eine saubere Bleistiftskizze auf dem Regiebuch tut's auch. Der große Nutzen entsteht bei Kontinuität — wenn du tagelang an der gleichen Szene filmst oder später Pickups brauchst: Das Litpic ist deine Versicherung gegen «Warte, wie war denn gestern die Beleuchtung?» Gleichzeitig wird das Diagramm zur Dokumentation im Produktionsarchiv, hilfreich für Colorist und Archiv.
Wichtig: Ein Litpic ersetzt nicht die Live-Diskussion und das gemeinsame Testen am Set — es streamlint sie nur. Manche DoPs arbeiten ohne formales Diagramm, bauen Licht reintuativ auf. Aber sobald dein Setup komplex wird, mehrere Räume umfasst oder dein Gaffer neu ins Team kommt, zahlt sich die zehn Minuten Planungszeit massiv aus. Du sparst sie im Aufbau wieder ein und vermeidest Missverständnisse, die später in der Postproduktion teuer werden. Das Litpic ist ein Werkzeug der Professionalität — nicht der Pedanterie.