Verlustfreies Kompressionsverfahren für digitale Bilddaten — reduziert Dateigröße ohne Qualitätsverlust. Standard bei TIFF und frühen digitalen Workflows.
Wer mit digitalen Bilddaten arbeitet, stößt unweigerlich auf LZW — ein Kompressionsverfahren, das seit den 1980ern in der VFX- und Fotografie-Pipeline unverzichtbar ist. Das Kürzel steht für Lempel-Ziv-Welch, benannt nach seinen Entwicklern. Die Methode funktioniert verlustfrei: Sie findet wiederkehrende Muster in den Bilddaten und ersetzt sie durch kürzere Codes, ohne ein Pixel zu verfälschen. Das macht LZW ideal für Mastering, Archivierung und jeden Produktionsschritt, bei dem Bildqualität nicht verhandelbar ist.
In der Praxis begegnet LZW dem VFX-Supervisor und Coloristen vor allem in TIFF-Dateien — dem Standard für Intermediate-Material. Wenn du 4K-Plates oder Color-Grades archivierst, spart LZW-komprimierte TIFF schnell 30–50% Speicher ein, ohne dass der Schnittplatz oder Render-Farm merklich verzögert wird. Die Dekomprimierung passiert im RAM flüssig ab. Ältere Systeme — und das ist der entscheidende Punkt — verarbeiten LZW stabiler als moderne Codec-Varianten wie JPEG 2000 oder ProRes. Deshalb findet man LZW noch heute in etablierten Studios, nicht aus Nostalgie, sondern aus praktischer Zuverlässigkeit. Ein 2K DPX-Sequence mit LZW lädt schneller in deinen Compositing-Apparat, weil die Dekomprimierung auf Standard-Hardware funktioniert.
Der Haken: LZW ist nicht für jeden Zweck optimal. Bei hochkomprimierten Sources oder bei extremem Motion erzielt das Verfahren niedrigere Kompressionsraten als spezialisierte Video-Codec. Und in modernen Pipelines, wo man eher mit ProRes RAW, OpenEXR oder H.265 arbeitet, spielt LZW eine untergeordnete Rolle. Trotzdem — wenn du ein Legacy-Projekt übernimmst oder ein Studio mit Archiven aus den 2000ern arbeitet: LZW ist dann oft der Standard. Es lohnt sich, die Grundlagen zu kennen, weil die Dateien schnell anschwellen, wenn du TIFF unkomprimiert speicherst.
Praktischer Tipp: Teste LZW bei deiner nächsten Archivierung. Bei 8-Bit-Material und allem, was keinen extremen Farbraum braucht, bietet es ein solides Preis-Leistungs-Verhältnis — Speicher gespart, volle Qualität, keine Rekomprimierung nötig. Im RAW-Workflow oder bei der Arbeit mit sehr breitem Farbraum hingegen wählst du besser unkomprimiert oder setzt auf neuere Alternativen wie ZIP oder spezialisierte Bild-Codec.