Mehrere Projektoren werfen synchron auf eine oder mehrere Leinwände — erzeugt immersive Räume oder erweiterte Hintergründe. Klassisch in Broadway-Produktionen, heute digitale Variante am Set.
Mehrere Projektoren werfen synchron auf eine oder mehrere Flächen — das schafft räumliche Tiefe und Immersion, ohne dass du hinterher im Schnitt alles zusammenfrickeln musst. Am Set bedeutet das konkret: du hast echtes Licht, echte Reflexionen auf den Gesichtern deiner Schauspieler, echte Bewegungsparallaxe. Das ist nicht grüne Leinwand, das ist Echtzeit-Hintergrund.
Die klassische Anwendung kommt aus dem Theater — dort haben Bühnenbildner seit Jahrzehnten mehrere Videoprojektoren hintereinander geschaltet, um nahtlose Panoramen zu erzeugen. Im Film war das lange eine Sonderanfertigung: teuer, kompliziert, nur für große Produktionen. Heute, mit vernetzten 4K- und 6K-Projektoren sowie zuverlässigen Sync-Systemen, nutzen wir das Verfahren auch für mittlere Budgets. Die Kameras laufen, die Projektoren sind Frame-synchron, und dein Talent sitzt plötzlich in einer glaubhaften Landschaft — nicht vor einer Leinwand, sondern mittendrin.
Praktisch funktioniert es so: du brauchst ein Content-Management-System, das mehrere Projektoren orchestriert — jeder bekommt seinen Bildteil, alle starten frame-genau zusammen. Wichtig ist, dass du deine Geometrie vorher kalibrierst. Wenn du zwei oder vier Projektoren auf eine Zirkularwand oder ein Deckenset schießt, musst du die Überlappungszonen so anpassen, dass kein doppeltes Licht entsteht und keine schwarzen Lücken reißen. Das ist Keystone-Korrektur im großen Stil — dein VFX-Supervisor und der Licht-Operator arbeiten hier eng zusammen.
Der praktische Vorteil gegenüber Green Screen liegt in der Interaktion: Schauspieler sehen die Umgebung, können darin reagieren, ihre Augen fokussieren richtig. Der Licht-Techniker braucht weniger Nachbearbeitung. Schatten fallen korrekt, Farbtemperaturen stimmen von Anfang an. Für Verkehrsszenen, Raumfahrt-Innenräume oder dynamische Verfolgungen ist Multiprojektions-Setup oft schneller als traditionelles Compositing — wenn die Hardware sitzt.
Nachteil: Systemfehler sind sichtbar. Fällt ein Projektor aus, hast du mitten in der Szene ein schwarzes Loch. Die Anschaffung von drei bis sechs professionellen Hochleistungs-Projektoren plus Sync-Hardware ist nicht günstig. Und gutes Content-Material — geometrisch korrekt, farbkalibriert — muss vorher existieren.