Statist mit ähnlicher Statur wie der Hauptdarsteller — steht beim Lichtsetup vor der Kamera.
Technische Details
Photo Doubles müssen eine Körpergröße innerhalb von ±3 cm des Originaldarstellers aufweisen, ähnliche Schulterbreite (±2 cm) und vergleichbare Proportionen. Haarlänge, -farbe und -struktur werden durch Perücken oder temporäre Färbung angepasst. Bei Ganzkörperaufnahmen ist die Übereinstimmung der Silhouette entscheidend, während bei Detailaufnahmen spezifische Körperteile wie Hände, Füße oder Rückenpartie exakt nachgebildet werden müssen. Kostümdesigner verwenden identische Kleidung in derselben Konfektionsgröße, wobei minimale Anpassungen durch Schneiderarbeiten erfolgen.
Geschichte & Entwicklung
Das Photo Double-System entstand 1923 bei MGM, als Produzent Irving Thalberg erkannte, dass teure Hauptdarsteller nicht für alle Aufnahmen benötigt wurden. Der erste dokumentierte Einsatz erfolgte bei "The Hunchback of Notre Dame" (1923) mit Lon Chaney. In den 1940er Jahren führten die Studios systematische Karteiensysteme für Photo Doubles ein, die nach Körpermaßen, Haarfarbe und Typus kategorisiert wurden. Seit den 1980er Jahren übernehmen spezialisierte Agenturen die Vermittlung, wobei digitale Nachbearbeitung seit den 2000er Jahren die Anforderungen an exakte Übereinstimmung reduzierte.
Praxiseinsatz im Film
Photo Doubles kommen bei Über-Schulter-Aufnahmen (Over-Shoulder-Shots), Rückansichten und Totalen zum Einsatz. Bei "The Shining" (1980) verwendete Kubrick Photo Doubles für 40% der Hotelszenen, um die Drehzeit mit den Hauptdarstellern zu reduzieren. Actionsequenzen nutzen Photo Doubles für ungefährliche Anteile, während Stuntdoubles die risikoreichen Teile übernehmen. Die Technik ermöglicht parallele Dreharbeiten an verschiedenen Locations und reduziert Standzeiten bei Licht- und Kameraaufbau um durchschnittlich 60%.
Vergleich & Alternativen
Photo Doubles unterscheiden sich von Body Doubles durch den ausschließlichen Einsatz bei bekleideten, nicht-intimen Szenen und von Stunt Doubles durch fehlende Spezialausbildung für Actionsequenzen. Stand-Ins werden nur für technische Tests verwendet, nicht für tatsächliche Aufnahmen. Moderne CGI-Technologie kann Photo Doubles durch digitale Gesichtsersetzung ersetzen, was jedoch Mehrkosten von 15.000-50.000 Euro pro Einstellung verursacht. Bei Low-Budget-Produktionen bleiben Photo Doubles die kosteneffizienteste Lösung für Continuity-Aufnahmen.