Schmale, rechteckige Softbox für streifenförmiges Licht — erzeugt charakteristische, längliche Lichtreflexe.
Technische Details
Stripboxen bestehen aus einem klappbaren Rahmen aus Fiberglas- oder Metallstreben, einer reflektierenden Innenbeschichtung und ein bis zwei Diffusionsebenen aus hitzebeständigem Stoff. Die Lichtverteilung erfolgt asymmetrisch mit einem Abstrahlwinkel von etwa 40-60° in der Längsachse und 80-120° in der Querachse. Moderne Varianten verfügen über Waben (Honeycomb Grids) mit 20°, 30° oder 40° Begrenzungswinkeln zur präzisen Lichtlenkung. Speed-Ring-Anschlüsse ermöglichen die Montage an Blitzköpfe, Dauerlicht oder LED-Panels bis 2000 Watt Leistung.
Geschichte & Entwicklung
Stripboxen entwickelten sich in den 1970er Jahren aus der Modefotografie, als Fotografen längliche Lichtquellen zur Akzentuierung von Körperformen benötigten. Chimera führte 1982 die erste kommerzielle Stripbox für Filmsets ein. Der Durchbruch kam mit der Digitalisierung der Filmtechnik ab 2000, da DoPs präzisere Lichtführung ohne Mehrkosten durch Filmmaterial realisieren konnten. LED-Technologie ab 2010 reduzierte Gewicht und Hitzeentwicklung erheblich.
Praxiseinsatz im Film
Roger Deakins nutzte Stripboxen in "Blade Runner 2049" (2017) zur Erzeugung der charakteristischen vertikalen Lichtlinien in den Stadtszenen. Typische Einsätze umfassen Rim Lighting für Personentrennung vom Hintergrund, Hair Light zur Betonung von Konturen und als Key Light bei Nahaufnahmen mit natürlicher Fensterlicht-Simulation. Der schmale Lichtaustritt verhindert ungewollte Ausleuchtung benachbarter Bildbereiche und ermöglicht präzise Schattenführung. Montage an C-Stands oder Galgen-Armen erlaubt flexible Positionierung auch bei beengten Platzverhältnissen.
Vergleich & Alternativen
Im Gegensatz zu quadratischen Softboxen erzeugen Stripboxen asymmetrische Lichtverteilung mit gerichteterem Charakter. Kinoflo-Röhren bieten ähnliche Lichtcharakteristik, jedoch ohne die Bündelungsmöglichkeiten von Waben. LED-Panels mit Barn Doors erreichen vergleichbare Ergebnisse, benötigen aber zusätzliche Diffusion. Moderne RGBW-LED-Stripboxen von Arri oder Astera kombinieren Farbtemperatur-Variabilität mit klassischer Stripbox-Funktionalität bei 20% geringerem Gewicht gegenüber konventionellen HMI-Lösungen.