Texteinblendung über laufendem Bild — meist Namen, Orte, Zeitangaben. Im Schnitt gelayert, nicht gedreht.
Im Schnitthaus legst du den Super — die Texteinblendung über dem laufenden Bild — in einer separaten Spur. Das ist nicht gedreht, nicht am Set geschrieben, sondern nachträglich ins Bildmaterial hineinkomponiert. Namen von Personen, Ortsbezeichnungen, Zeitsprünge, Quellenangaben — all das gehört hier rein. Der Super sitzt immer über dem Bildinhalt, niemals darunter oder daneben, es sei denn, du brauchst bewusst eine unkonventionelle Platzierung für einen Effekt.
Praktisch arbeitest du mit einer Titelsoftware oder direkt in deiner NLE: Text wird gerendert, mit Schrift, Größe, Farbe, Opacity und Duration definiert. Beim Spielfilm brauchst du oft Sicherheitsabstände zu den Bildrändern — nicht bis zur Ecke laufen lassen, sondern circa 10–20 Prozent Puffer einplanen. Das ist auch Rundfunk-Standard und verhindert Overscan-Verluste bei älteren Monitoren oder Fernseh-Ausgaben. Die Dauer: mindestens zwei Sekunden für einen Namen, länger wenn viel Text kommt — Zuschauer brauchen Zeit zum Lesen. Wenn der Super zu schnell rein und raus fährt, wirkt es gehetzt.
Typische Anwendungen: Der Ortsname beim Szenenwechsel (meist oben links oder Bildmitte), der Name einer Figur bei ihrer ersten Vorstellung, ein Datum für zeitliche Sprünge. Im Dokumentarfilm kommt der Super häufiger zum Einsatz — Interviewpartner-Name, Funktion, Standort. In Reportagen und News-Formaten ist er unverzichtbar. Achte auf Lesbarkeit: ausreichend Kontrast zur Bildunterlage, nicht zu dünne Schriften, kein wild durcheinander flatternder Text. Wenn das Bildmaterial dahinter sehr hell ist, brauchst du einen Schatten oder einen halbtransparenten Hintergrund-Block hinter dem Text — sonst versinkt der Super im Bild.
Die zeitliche Platzierung ist Schnitt-Handwerk: Der Super sollte mit einer visuellen oder akustischen Zäsur zusammenfallen — nach einem Schnitt, am Anfang einer neuen Szene, nicht mitten in einer Handlung. Wenn ein Charakter spricht, kann der Name unmittelbar nach seiner ersten Wortmeldung eingeblendet werden. Häufiger Fehler: zu viele Supers hintereinander ohne Atempause — das ermüdet den Zuschauer. Eine Regel: maximal einer pro 10–15 Sekunden, sonst wird's grafisch.