Objektiv-Serie von Tokina für professionelle Filmkameras — einheitliche T-Blendenskala und Zahnkränze für Follow Focus.
Technische Details
Die Tokina Cinema Vista-Serie bietet Brennweiten von 18mm bis 105mm mit durchgängiger T1.5-Blende und wiegt zwischen 1.680g (25mm) und 2.040g (105mm). Alle Objektive verfügen über eine einheitliche 95mm Filtergewinde, 300° Fokusring-Rotation und 120° Blendenring-Bewegung. Die optische Konstruktion verwendet 11-16 Linsenelemente in 10-11 Gruppen, abhängig von der Brennweite. Der Fokusring bewegt sich über eine mechanische Schneckengetriebe-Kopplung ohne elektronische Komponenten. Die minimale Fokusdistanz variiert zwischen 0.4m (18mm) und 1.0m (105mm).
Geschichte & Entwicklung
Tokina startete 2016 mit der Cinema ATX-Serie als erste professionelle Filmoptiken, die auf bestehenden Fotoobjektiven basierten. 2019 folgte die komplett neu entwickelte Vista-Serie mit verbesserter optischer Rechnung und einheitlichen mechanischen Spezifikationen. 2021 erweiterte das Unternehmen das Sortiment um die kostengünstigere SZ-Serie für Budget-Produktionen. Die Entwicklung erfolgte in Zusammenarbeit mit japanischen Kino-Kameramännern und europäischen Rental-Houses.
Praxiseinsatz im Film
Tokina Cinema-Objektive finden hauptsächlich bei Independent-Produktionen und Dokumentarfilmen Verwendung, wo das Preis-Leistungs-Verhältnis entscheidend ist. Die Vista 25mm T1.5 wurde beispielsweise für Nahaufnahmen in "The Power of the Dog" (2021) als zweites Set neben Cooke-Optiken eingesetzt. Der einheitliche Look macht Brennweitenwechsel nahtlos möglich, während die T1.5-Öffnung bei Available Light-Situationen kritisch wird. Die mechanische Bauweise ohne Elektronik macht die Objektive besonders robust für Außendrehs.
Vergleich & Alternativen
Gegenüber Zeiss CP.3 oder Cooke S4i bieten Tokina Cinema-Objektive 60% niedrigere Anschaffungskosten bei vergleichbarer Schärfeleistung, jedoch mit weniger charakteristischem Bokeh. Die Vista-Serie positioniert sich zwischen Budget-Optiken wie Rokinon Xeen und Premium-Herstellern wie ARRI Signature Primes. Für TV-Produktionen mit begrenztem Budget stellen sie eine solide Alternative zu Fujinon MK-Zooms dar, wenn Prime-Optik gewünscht ist.