Kommando für den offiziellen Drehbeginn einer Produktion. Markiert den ersten Drehtag nach der Vorproduktion.
Technische Details
Bei Film-Kameras wie der Arriflex 35-III dauert der Anlauf bis zur korrekten Bildfrequenz von 24 fps etwa 0,8 bis 1,2 Sekunden. Digitale Cinema-Kameras wie die RED V-Raptor erreichen ihre Zielfrequenz innerhalb von 0,15 Sekunden. Der Timecode beginnt mit dem ersten vollständig belichteten Frame, nicht mit dem Startkommando. Sound-Recordist und Kameraassistent dokumentieren den exakten Startzeitpunkt für die Synchronisation in der Postproduktion. Bei Multi-Kamera-Setups müssen alle Kameras binnen 2 Frames (83 Millisekunden bei 24p) synchron starten.
Geschichte & Entwicklung
Der Begriff etablierte sich in den 1920er Jahren mit der Einführung motorgetriebener Filmkameras, die eine Anlaufzeit benötigten. Frühe Hand-Kurbel-Kameras starteten unmittelbar, moderne Systeme erforderten erstmals präzise Timing-Kommunikation zwischen Regie und Kamera-Department. Mit der Einführung des Clapperboards 1929 wurde "Bild startet" zur standardisierten Ansage vor dem ersten Klappenschlag. Digital Cinema ab 1999 verkürzte die Anlaufzeiten erheblich, der Workflow-Begriff blieb jedoch bestehen.
Praxiseinsatz im Film
Bei Actionsequenzen in "Mad Max: Fury Road" (2015) koordinierte Kameramann John Seale bis zu acht Kameras mit präzisem "Picture Up"-Timing für explosive Stunts. Dokumentarfilmer verwenden oft Rolling-Record-Modi, bei denen "Bild startet" den Marker für verwendbares Material setzt, nicht den tatsächlichen Aufnahmebeginn. Bei Steadicam-Aufnahmen beginnt die Kamera meist 3-5 Sekunden vor der eigentlichen Action, um Stabilisierung und Bildkomposition zu optimieren. Timelapse-Produktionen definieren "Bild startet" als ersten Frame einer programmierten Sequenz, oft mit minutenlangen Vorlaufzeiten.
Vergleich & Alternativen
"Bild startet" unterscheidet sich von "Recording" (kontinuierliche Aufzeichnung) und "Speed" (Kamera erreicht Zielfrequenz). "Slate" markiert den Synchronisationspunkt, nicht den Aufnahmestart. Moderne Proxy-Workflows verwenden "Backup Recording", bei dem Low-Res-Material bereits vor "Picture Up" mitläuft. Pre-Roll-Funktionen digitaler Systeme zeichnen retroaktiv 2-8 Sekunden vor dem Startkommando auf, wodurch der klassische Anlauf-Workflow obsolet wird.